Interview mit DerSween


Die meisten von uns kenne sie: Die Profi Spieler, welche von Event zu Event ihre Leistungen bringen und in den sozialen Medien gehyped werden. Doch ohne die Caster wären die Events doch deutlich langweiliger. Daher haben wir uns von e-sports.rocks dazu entschieden, auch mal die Caster etw

.

e-sports.rocks: Hallo Sven, vielen Dank, dass du dir die Zeit für das Interview nimmst. Kommen wir damit auch direkt zu meiner ersten Frage: Was genau hast du mit dem E-Sport zu tun? Kannst du etwas über deine Person berichten?

 

DerSween:  Hallo Josh, vielen Dank für deine Einladung. Wie du bestimmt weißt, kennt man mich hauptsächlich als Caster von den verschiedensten Call of Duty Events der letzten Jahre. Aber bevor ich angefangen habe zu Casten, bin ich Dexerto als Redakteur beigetreten und schreibe noch bis heute sämtliche Artikel für sie. Damals war es so, dass Dexerto die Rechte an den Call of Duty Events hatte und sie damals eine „Caster-Not“ hatten. Aus dieser Not heraus haben sie dann mich gefragt, ob ich es denn nicht übernehmen will. Am Anfang war es natürlich noch etwas komisch, aber mit der Zeit kam dann die Routine und auch mein Bekanntheitsgrad ist in der deutschen Szene immer und immer mehr gewachsen. Aber angefangen mit Call of Duty habe ich eigentlich nur um Public zu spielen. Durch einen Kumpel bin ich dann aber letztendlich doch zum E-Sport gekommen.

 

e-sports.rocks: In der deutschen CoD-Community bist du ja schon etwas bekannter. Wie kam es eigentlich dazu, dass du dich entschieden hast, Turniere und Events zu Casten?

 

DerSween: Wie gesagt war es keine wirkliche Entscheidung, also ich habe es nicht wirklich angepeilt Caster zu werden. Aber eben durch diese Caster-Not von Dexerto habe ich es damals ausprobiert und es hat mir dann auch wirklich sehr viel Spaß gemacht. Allerdings war die Anfangszeit auch sehr hart.

 

e-sports.rocks: Du bist ja dadurch schon viel umhergereist. Was war denn dein persönliches Highlight in deiner bisherigen Karriere?

 

DerSween: Highlights sind eigentlich alle Events, auf denen ich bereits war und gecastet habe. Aber das erste Mal in Amerika, also bei den IW Champs, war wirklich ein Highlight, vor allem weil es das erste Mal war, dass man realisiert hat, was sein Hobby einem alles ermöglicht. Aber auch die Nähe zu den Pro-Spielern und den Fans ist jedes Mal aufs Neue ein Highlight. Was auch ein schönes Erlebnis war, als ich damals auf den IW Champs meine Idole Benson und Packet getroffen habe. Die World War 2 Champs letztes Jahr waren natürlich etwas entspannter, da ich schon die Abläufe gekannt habe, aber trotzdem will ich dieses Erlebnis auf keinen Fall missen.

 

e-sports.rocks: Bei den Call of Duty Events schaut man ja eigentlich nur auf die Pro-Spieler. Aber schauen wir auch mal auf deine Amerikanischen Kollegen: Wer ist denn dein Favorisierter Caster aus Amerika?

 

DerSween: Um ehrlich zu sein, habe ich von den aktuellen Castern nicht wirklich viel mitgenommen, aber das erste Duo von Castern, welches ich bei meinem Einstieg in den Esport gesehen habe, also Benson und Puckett, sind bis heute noch meine Lieblings Caster.

 

e-sports.rocks: Interessant. Ich hätte jetzt mit Castern wie Maven gerechnet, aber so hat jeder seine eigene Meinung. Als nächstes würde es mich interessieren, wie es bei den Events in Amerika so abläuft? Hat man viel Kontakt zu den Spielern? Ist es wirklich so stressig, wie man sich immer denkt?

 

DerSween: Also auf Champs ist es wirklich sehr einfach an die Spieler ranzukommen, da man als Caster im selben Hotel wie die Spieler übernachtet. Das kann man sich so vorstellen, dass man beim Einchecken hinter Temp steht, ein Jurd auf der Couch neben dir sitzt und Parasite im Aufzug neben dir steht und dich fragt, woher du kommst. Die Spieler sind auch wirklich alle sehr offen. Zum Beispiel während der WW2-Champs hatte ich ein Interview mit FeLo von eUnited und wir haben nach dem Interview noch länger miteinander geredet, als das Interview eigentlich ging.

Zu dem Thema, ob es wirklich so stressig ist, wie man denkt. Da kann ich eigentlich nur sagen, dass es noch stressiger ist, als man es so mitbekommt, denn Deutschland hat als einziges Land nur zwei Caster zur Verfügung, die dann wirklich die ganze Arbeit machen müssen. Man kann nicht rotieren geschweige denn Pausen machen ohne das jeder im Chat fragt: „Wo sind denn die Caster.“ Aber auch die Arbeitszeit ist wirklich sehr stressig. Man muss bedenken, dass wir als Caster 30-40 Stunden an einem Wochenende nur reden und Emotionen zeigen müssen, um das Zuschauen angenehm zu gestalten. Mein Fazit zu dem Thema ist also, dass es noch sehr viel stressiger ist, als man als außenstehender denkt.

 

e-sports.rocks:  Kannst du denn schon etwas genaueres sagen, welches Event du als nächstes Casten wirst?

 

DerSween: In dieser Saison ist es wirklich sehr schwer zu sagen, welches das nächste Event sein wird. Dieses Jahr ist es wieder so, dass Dexerto die Rechte an den deutschen Streams hat. Aber genau kann ich es leider nicht sagen, aber theoretisch könnte es Fort Worth im März sein.

 

e-sports.rocks: Okay, wäre auf jeden Fall cool, wenn es klappen würde. Als nächste Frage hätte ich, welche Spiele du denn gerade so Privat zockst?

 

DerSween: Also auf jeden Fall kein Fortnite, da ist mir das mit dem Bauen etwas zu schwer. Dann wäre da noch Blackout, was ich in der letzten Zeit sehr gerne Spiele und seit kurzem Spiele ich auch Apex Legends. Man muss ja auch schauen, was die Konkurrenz so macht.

 

e-sports.rocks: Wo siehst du dich in den nächsten 3-4 Jahren?

 

DerSween: Auf jeden Fall will ich so präsent wie möglich sein bei den deutschen Events und Tourneys. Außerdem will ich zusammen mit einigen anderen ein Projekt auf die Beine stellen, zu dem ich jetzt aber noch nicht mehr verraten kann und will, außer dass es auf die Förderung der Competition im D/A/CH Bereich abzielt. Aber auch neben meinem Job will ich so viel CWL Events wie möglich mitnehmen und weiter Casten. Aber natürlich muss man auch die Entwicklung von Call of Duty abwarten.

 

e-sports.rocks: Kommen wir nun auch zu meiner letzten Frage. Und zwar denkst du, dass die deutsche Community in den nächsten Jahren wieder auf Hohem Niveau in CoD mithalten kann, sowie damals zu Killerfish und fabE-Zeiten?

 

DerSween: In absehbarer Zeit ist eine Definitionssache. Wenn der deutsche Esport gefördert wird, könnte die deutsche Community in zwei bis drei Jahren wieder mithalten. Denn das Potenzial ist da. Nur das Potenzial, welches ja schon vorhanden ist, muss in die richtige Richtung gelenkt und gefördert werden. Und um das zu schaffen muss auch die innerdeutsche Competition zunehmen, indem zum Beispiel ein Ligasystem eingeführt wird, aber das alles steht leider noch in den Sternen.

e-sports.rocks: Dann vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir wünschen wir noch viel Erfolg auf deinem weiteren Weg. Vielleicht hört man sich ja nochmal!

567 Ansichten